ITE-Statement

Kategorie: Markt

Halbleiterbedarf verdoppelt sich: Europa muss handeln

Die Zahlen sind eindeutig: Europa braucht deutlich mehr Halbleiter, als es produziert, und diese Lücke wächst. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, muss sie in der Hardwarebeschaffung verankern. Nicht erst, wenn die nächste Lieferkettenkrise eintritt.

Worum es geht

Kommentierte Quelle

Original-Titel: „ZVEI-eSummit 2026: Neue Mikroelektronikstudie sieht verdoppelten Halbleiterbedarf bis 2040 in Europa“

Zusammenfassung: Der ZVEI hat auf seinem eSummit 2026 eine Studie der Strategieberatung Strategy& vorgestellt, die im Auftrag eines deutsch-niederländischen öffentlich-privaten Konsortiums aus ZVEI, dem niederländischen Technologieverband FME sowie den Wirtschaftsministerien beider Länder erstellt wurde. Die Studie zeigt, dass sich der europäische Halbleiterbedarf bis 2040 verdoppeln wird; der Bedarf der in Europa produzierenden Industrie steigt sogar um den Faktor 2,4. Bei bestimmten Bauteilen wie GPUs und CPUs wird ein Nachfrageanstieg auf das Siebenfache erwartet, bei Speicherbausteinen auf das Dreifache. Gleichzeitig benennt die Studie strukturelle Lücken im europäischen Halbleiter-Ökosystem, insbesondere bei KI-Chips, Logikbausteinen und Speicher. Als strategischen Handlungspfad empfiehlt die Studie, zunächst Chipdesign und Advanced Packaging zu stärken, bevor Fertigungskapazitäten für kleinere Strukturgrößen langfristig aufgebaut werden.

Quelle

ZVEI – Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Mai 2026

Kommentierte Quelle

Original-Titel: „ZVEI-eSummit 2026: Neue Mikroelektronikstudie sieht verdoppelten Halbleiterbedarf bis 2040 in Europa“

Der ZVEI hat auf seinem eSummit 2026 eine Studie der Strategieberatung Strategy& vorgestellt, die im Auftrag eines deutsch-niederländischen öffentlich-privaten Konsortiums aus ZVEI, dem niederländischen Technologieverband FME sowie den Wirtschaftsministerien beider Länder erstellt wurde. Die Studie zeigt, dass sich der europäische Halbleiterbedarf bis 2040 verdoppeln wird; der Bedarf der in Europa produzierenden Industrie steigt sogar um den Faktor 2,4. Bei bestimmten Bauteilen wie GPUs und CPUs wird ein Nachfrageanstieg auf das Siebenfache erwartet, bei Speicherbausteinen auf das Dreifache. Gleichzeitig benennt die Studie strukturelle Lücken im europäischen Halbleiter-Ökosystem, insbesondere bei KI-Chips, Logikbausteinen und Speicher. Als strategischen Handlungspfad empfiehlt die Studie, zunächst Chipdesign und Advanced Packaging zu stärken, bevor Fertigungskapazitäten für kleinere Strukturgrößen langfristig aufgebaut werden.

Quelle

ZVEI – Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Mai 2026

ITE-Kommentar

Unsere Einordnung

Die ZVEI-Studie liefert, was politischen Debatten über digitale Souveränität oft fehlt: konkrete Zahlen. Europas Halbleiterbedarf verdoppelt sich bis 2040, der Industriebedarf steigt sogar um den Faktor 2,4. Das ist kein abstraktes Risikoszenario, sondern eine nachfragegetriebene Prognose auf Basis realer Industriedaten aus Deutschland und den Niederlanden. Und sie erscheint nicht zufällig in der Woche vor dem EU-Tech-Souveränitätspaket: Sie soll den wirtschaftlichen Handlungsdruck sichtbar machen, den Regulierung allein nicht erzeugen kann.

Für den ITE ist diese Datenlage ein wichtiger Referenzpunkt. Digitale Souveränität ist keine Frage der Symbolpolitik, sondern eine Frage der Versorgungssicherheit mit Hardware. Wer europäische IT-Infrastruktur betreiben oder beschaffen will, ist auf Halbleiter angewiesen und wer dabei zu über 90 Prozent von außereuropäischen Produktionskapazitäten abhängig ist, hat strukturell kein Fundament für Souveränität, egal wie gut die Software darüber ist. Die Studie macht deutlich, wo die eigentliche Engstelle liegt: nicht in der Nachfrage, die ist vorhanden und wächst, sondern in der Fähigkeit, sie mit europäischer Wertschöpfung zu bedienen.

Bemerkenswert an der Studie ist ihre pragmatische Stufenlogik. Sie schlägt nicht vor, morgen vollständige Chipfertigung in Europa aufzubauen, sondern empfiehlt einen Einstieg dort, wo die Wertschöpfung hoch und der Kapitalbedarf vergleichsweise überschaubar ist: Chipdesign und Advanced Packaging. Das ist ein realistischer Weg und einer, der für europäische IT-Unternehmen konkrete Chancen eröffnet, wenn er konsequent mit Beschaffungspolitik verknüpft wird. Denn ohne aktive Nachfrage durch öffentliche und private Auftraggeber, die europäische Hardware gezielt bevorzugen, wird kein Investitionsanreiz entstehen.

Genau hier setzt der ITE an. Das Netzwerk verbindet IT-Anbieter, Beschaffungsstellen und Politik, um europäische IT transparent, vergleichbar und beschaffbar zu machen. Die Frage, welcher Anteil an Wertschöpfung tatsächlich in Europa stattfindet, ist für Hardware genauso relevant wie für Software und Cloud. Lieferketten, Fertigungsstandort, Komponentenherkunft: Das ITE-Gütesiegel IT aus Europa, das sich derzeit in der Betaphase (Stand: Juni 2026) befindet, wird genau diese Kriterien in einen überprüfbaren Rahmen überführen. Als Orientierung für Entscheider, die nicht erst nach der nächsten Versorgungskrise handeln wollen.

Gemeinsam die Zukunft europäischer IT gestalten

Margit Stumpp ist bereits dabei — sind Sie es auch?

Immer mehr Unternehmen und Fachleute aus der europäischen IT-Branche gestalten den ITE aktiv mit. Als Mitglied bringen Sie Ihre Perspektive ein, vernetzen sich mit Gleichgesinnten und stärken gemeinsam die digitale Souveränität Europas.